Kleiner Sonnenschein

 

 

 

Geweckt von der lauten Straßenmusik erwachte die junge Frau aus ihrem Schlaf. Es war ein gewöhnlicher Montagmorgen. Wie an jedem anderen auch huschte sie in die Küche und setze Kaffee auf. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht öffnete sie das Fenster weit auf und sah den Musikern zu, die jeden Montag auf dem Marktplatz ein kleines Konzert gaben.

 

 

 

Die Sonne glühte und schien nur so mitzutanzen. Die junge Dame trank ihren Kaffee schnell und sprang unter die Dusche, wo sie sich weiter herrichtete. Jeden Tag das gleiche und doch keine Routine.

 

 

 

Sie schnappte sich einen kleinen Flechtkorb und schwang sich aufs Fahrrad. Der Wind trieb ihr durch die Haare und sie schloss die Augen für einen kurzen Moment und ließ sich einfach tragen.

 

 Was für ein wundervoller Tag.

 

 

 

An einer großen Blumenwiese angekommen legte sie ihr Fahrrad ab und sah sich um. Eine so riesige Fläche gefüllt von bunter Schönheit. Die junge Dame pflückte einen kleinen Strauß zusammen und legte ihn in den Korb. Jede Blume individuell und doch hatte jede einzelne etwas tolles an sich.

 

 

 

Weit hinten auf der Wiese entdeckte die Frau die schönste Sonnenblume weit und breit. Sie lachte ihr praktisch entgegen. Doch je weiter sie in das Feld hineinlief, desto tiefer versanken ihre hellblauen Sandalen im saftigen Gras.

 

 

 

Ganz hinten angekommen, brach sie die Blume und transportierte sie zu ihrem Fahrrad. Dort festgebunden machte sie sich auf den Rückweg und hielt an einem kleinen Stand auf dem Marktplatz. Es war ein Obststand mit vielen Früchten aus der Saison. Die junge Dame ließ sich einige Erdbeeren geben, große und kleine,dicke und auch welche, die etwas dünner waren als die anderen.

 

 

 

Sie begrüßte die Musiker und spendete ihnen fünf Euro in ihre kleine Dose.

 

Als sie wieder im Wohnzimmer ihrer Wohnung stand, suchte sie eine kleine Vase heraus und stellte die Blumen hinein. Sie platzierte sie auf einer hohen Kommode, damit sie jedem direkt auffielen und jeder ihnen Bewunderung schenken konnte.

 

 

 

Die große Sonnenblume lehnte sie vorerst an die Wand.

 

 

 

Danach mischte sie einen Kuchenteig zusammenmischte, welchen sie anschließend mit den frischen Erdbeeren belegte. Stück für Stück und mit jeder Erdbeere, die neu dazukam, sah der Kuchen appetitlicher aus.

 

 

 

Nachdem die Frau ihn auf eine kleine Etagere gestellt und dann zum Tisch gebracht hatte, bemerkte sie einen winzigen Marienkäfer an ihrer Fensterscheibe. Er schien nur so nach Freiheit zu betteln. Nun saß er da, konnte sein Ziel schon sehen, hatte aber von seinem Standpunkt aus keine Möglichkeit es zu erreichen. Die junge Frau lockte ihn auf ein Stück Papier und setzte ihn auf die Fensterbank zurück nach draußen.

 

 

 

Als das erledigt war, deckte sie den Tisch und verzierte ihn mit ein Paar hübschen Servietten.

 

Die junge Dame schaltete das Radio auf ihren Lieblingssender und sang ein Paar Strophen von dem Lied, das gerade lief, bis sie bemerkte, dass sie den Text gar nicht kann. Sie musste lachen.

 

 

 

 

 

Von der Türklingel abgelenkt, aber nicht der Fröhlichkeit unterbrochen sauste sie in den Flur und öffnete. Davor standen ihre besten, von ihr schon sehnlich erwarteten Freundinnen.

 

Sie bat alle herein, woraufhin jede Platz am Tisch nahm und sich ein Stück vom frisch gebackenen Kuchen auf den Teller legte.

 

 

 

Die Frauen unterhielten sich über alles mögliche. Aktuelles und auch Vergangenes.

 

Sie lachten viel und sehr laut.

 

 

 

Mit der Zeit wurde es immer später, bis es langsam anfing zu dämmen. Die kühle Sommerluft blies durch das Fenster und sorgte für Frische.

 

 

 

Das jedoch hielt keine der Frauen ab und es war noch genauso lustig wie am Vormittag.

 

Die Blumen waren inzwischen richtig aufgeblüht und schienen im Einklang mit der Freude.